Wie ich zum Bauwagen kam

aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank

Benutzer:Jürgen

Bis zum zarten Alter von 40 Jahren gab es in meinem Horizont nur Zigeunerwagen, Schaustellerwagen und Bauwagen. In letzterem machten Bauarbeiter ihr Frühstück oder dorthin zogen sie sich bei schlechtem Wetter zurück. So kannte ich es, denn dort habe ich bei Ferienjobs auch die eine oder andere Stunde verbracht. Doch eines Tages machte es bei mir im Kopf klick und ich dachte, da muß man doch eigentlich noch was draus machen können ( bis dahin waren mir Wagendorfseite und Co kein Begriff). Also begann ich im Herbst 2004 meine Suche nach einem Bauwagen, per Telefon un den Gelben Seiten bei allen Baufirmen im Umkreis und parallel dazu im Internet. Fündig geworden bin ich dann Ende Dezember durch Zufall und trotz telefonischer Verneinung bei einer Baufirma 200m Luftlinie von meinem Arbeitsplatz.

Nach dem sofortigen Transport nach Hause fing natürlich sofort das Entkernen an, da mir die Orginal- Wandverkleidungen sowie die dahinterliegende Isolierung sehr "siffig" erschienen. Da ich keine Ahnung von der Bauweise eines Bauwagens hatte war das eine spannende Sache, da man nie wusste ob die eingezogenen Zwischenwände irgendeine tragende Funktion hatten.

Eine riesige Erleichterung war meine Styropursäge, einfach ein Aludraht zwischen zwei Hölzer in Form einer Bügelsäge und dann über ein Batterieladegerät den Draht erhitzen. Schneidet durch das Styropur wie Butter und man hat nicht das Gefranse was sonst durch Messer oder Säge entsteht.

Aber letztlich war ich froh, wie es an den Ausbau mit Holz ging. Jeden abend bin ich zwei Stunden im Bauwagen verschwunden und habe gesägt und geschraubt was das Zeug hielt. Besonders gefreut hat mich die Verkleidung der Decke, denn diese runden Decken sind das gemütlichste am ganzen Bauwagen. Nach dem Ausbau zu Hause vor der Tür habe ich den Bauwagen dann ganz schnell im April an seinen Bestimmungsort gefahren. Hierbei war das ROT der Baufirma nicht unbedingt förderlich, da der ganze Wagen schon von weitem in`s Auge fiel.

Aber man ist ja erfinderisch. Da es im Wald keine Stromversorgung gibt und ich mir keine 1500 Meter Verlängerungskabel holen wollte haben wir einfach einen alten Einachsertraktor als Riementrieb für den Kompressor genohmen und mit Hilfe von 3 Liter NATO-OLIV dem Bauwagen eine der Umgebung angepasstere Farbe verabreicht. Ist zwar nicht so schön geworden aber getarnt ist er jetzt auf jeden Fall besser !


Somit stand dann im Sommer der Erholung nichts mehr im Wege. Mit dem ebenfalls in Oliv gehaltenen Sonnen/Regensegel kann uns nichts mehr passieren. Weit ab von irgendwelchen Straßen lässt es sich hier gut aushalten und man hat Natur pur.

Aber auch im Winter hat der Wagen seinen Reiz. Erst macht man draußen ein schönes Feuer, bis das runtergebrannt ist hat der Gasofen den Wagen auch schön aufgeheizt und man hat lediglich noch Probleme mit der feuchten Luft, die man aufgrund des mit in den Wagen gebrachten Schnee so hat. Aber was soll`s.

Alles in Allem muß ich sagen, die insgesamt wohl 1400,-- €, die ich für den Wagen sowie für das Ausbaumaterial ausgegeben habe waren die wohl sicher sinnvollsten Euro der letzten Jahre.

Und hier geht´s weiter: Endlich frei - der Wagen zieht auf´s eigene Grundstück...!

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