Von einem Bauwagen zu einem Wagenplatz (Forts.)
aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank
„12 Jahre eines Bauwagens - eine Überführung von damals nach heute“
So war die Überschrift von diesem Artikel hier im Wagendorf am Anfang. Inzwischen sind es ein paar Jahre mehr geworden, die der Wagen bewohnt wird und in den letzten Monaten hat sich ein kleiner Wagenplatz drumzu geschart. Ich hab den Artikel deshalb umbenannt und aktualisiere ab und zu wie es weitergegangen ist:
Februar 2006 - Wir holen unseren Bauwagen aus der Vergangenheit zurück ins Jetzt:
Von 1993 bis 1996 war der bauwagen unser Zuhause. Etwa 9 Jahre nachdem wir wir ihn verlassen hatten weil die Geburt unseres ersten Kindes anstand und wir drum unser Leben in Richtung „Vater-Mutter-Kinder-Arbeiten-Gehen-und-Geld-Verdienen“ verändert haben – etwa 9 Jahre später also habe ich den zigsten Mega-Knall bekommen und diesmal als Konsequenz beschlossen, unseren Bauwagen wieder zurück in unser Leben zu holen. Der Wagen sollte wieder „auf uns aufpassen“ - von wegen, was man so zum Leben braucht und was nicht und, dass man mit verdammt viel weniger trotzdem verdammt viel zufriedener sein könnte und so.
Kann ja jetzt jeder dazu sagen was er / sie denkt. Aber wir haben uns das halt so vorgestellt und die Bauwagen Rück-Überführung aus knapp 400 Km Entfernung Schritt für Schritt umgesetzt. Das Ausgraben des alten Fahrwerks am alten Standort, die Erneuerung der fest sitzenden Auflaufbremse die Erneuerung der schrottigen Bereifung: All das haben für uns im Laufe einiger Monat Freunde vor Ort gemacht (Danke dafür an dieser Stelle noch mal an Thomas und vor allem an Volker!). Für die Überführung selber konnten wir bei Wagendorf.de dann Sarah, Benny und Frederik mit ihrer bewohnten Zugmaschine gewinnen. Als es dann ein halbes Jahr später richtig los ging, saßen wir mit zwei Familien zu Siebt in einem wunderbaren Gespann: Ein großer Möbellaster aus den 80er Jahren und unser Bauwagen aus den 60ern. Zwei Tage und Nächte lang waren wir mit etwa 40 Km/h und vielen langen Kinder-Stops auf norddeutschen Landstrassen unterwegs. Wir haben zusammen gegessen, geschraubt, gewohnt und nicht enden wollende Kinderkassetten ertragen – es war, naja so was wie ein Road-Movie zum Anfassen!
Jetzt lebt der Wagen nicht mehr nur in unserer Erinnerung sondern er bestimmt wieder ein Stück weit unser Leben. Ein paar Jahre war er Spielbude und Gästewagen. Irgendwann haben wir beschlossen, nicht nur den Wagen, sondern auch wieder Wagenbewohner in unser Leben zu holen.
Anzeige:Mitbewohner gesucht für den Grüne-Gräser Wagenplatz in Bramsche bei Osnabrück!
Nach und nach finden noch mehr Wagen und Menschen zu uns.
Die Bilder verbinden ungefähr das, was mir durch den Kopf geht, wenn ich an die vergangenen Jahre im Bauwagen denke, an die Leere in den Jahren dazwischen und das, was jetzt mit und um unseren alten Wagen herum an Leben und Gemeinschaft aufkeimt. Zum Mitschauen ein paar Bilder von 1993 bis heute. Viel Spass dabei wer es mit uns teilen mag....!
Paul
Wie alles anfing:
Dezember 1993 im eiskalten Winter in Mecklenburg: ich fand diesen ehemaligen DDR-Grenz-Wagen am Wismarer Hafen: Solide Stahl-Zinblechkonstruktion, aber Fenster, Tür und Innenausbau total rott.
Einrangieren am ersten Standort
Nachbarn
Einkitten der neuen Fenster
Innenausbau in Abschnitten, Wohnen im jeweils anderen Abschnitt: viel kalt...
Vorbereiten der neuen Aussenwände
Spaxen bis der Schrauber dampft
Sommer 1994 (im Vordergrund "Amanda")
schön wars...
und wohnlich wars
Kinoabend für die Nachbarschaft im Bauwagen
oder nur so
Wohnraumerweiterung und Zugmaschine Feuerwehr, ein Magirus, Merkur 125, ebenfalls Jg. 62.
Ein Bauwagen von nebenan zieht um
provisorische Abdichtung des Alkovens
Erste Fahrt mit unserem Bauwagen: Er bekommt neue Schluppen aufgezogen
Winter 1995/'96
Frühjahr 1996 der Bauch drängt, wir brechen auf
2005, fast 10 Jahre später: Unser Bauwagen war inzwischen von vielen verschiedenen Leuten bewohnt gewesen und etwas verkommen
Teile müssen ersetzt werden
die Felgen und die "neuen Schluppen" von damals sind eindeutig am Ende
Mai 2005: Treffen mit Benny und Sarah. Der Bauwagen wird angehängt, es geht endlich los
Bauwagenüberführung (http://www.osnanet.de/paul.krause/Abfahrt.AVI) - Video1: Abfahrt
während der ersten 50 Km Probleme mit dem Bremsmechanismus der Hinterachse
mit Gewalt und Fett aber Dank Bennys Werkstatt bald behoben
tagsüber viele lange Etappenpausen wegen der Kinder
denen gefällt das ganze gut
ein schönes Gespann
auch für ca 18m Länge gab es immer schöne Schlafplätze
Bauwagenüberführung2 (http://www.osnanet.de/paul.krause/Etappe.AVI) - Video2: Etappe
Einrangieren am Zielort: Jetzt können die Kinder uns zeigen wie sie sich einen Bauwagen vorstellen...
Ein Bauwagen wird tiefer gelegt - Vorarbeiten
Sitzt!
nett hier...
Ein Jahr später, 2006: Es geht wieder los - Der Bauwagen kommt wieder raus
Draussen
On the road again
Nicht ganz nach StVo
Frühjahr 2006: Nach langen Jahren endlich am Ziel: Eigener Wagen auf eigener Wiese!! Die Vögel zwitschern. Im Hintergrund grasen Nachbars Pferde. Ich werde die Hängematte rausholen...
2007: Nachbarschaft: Die Kinder bauen ihre eigene Hütte
April 2008: Inzwischen steht das Haus auf dem Grundstück und der Bauwagen hat die Anschlüsse bekommen, die es braucht, um es sich darin wohnlich zu machen. Jetzt suchen wir Menschen, die Lust haben, mit uns hier sowas wie einen Wagenplatz entstehen zu lassen:
Frühjahr 2009: Seit einem knappen halben Jahr ist unser Bauwagen wieder bewohnt. Abends brennt jetzt dort Licht, tags sitzen unsere Katzen vor dem Wagen auf der Treppe und fauchen, wenn sich der halbblinde Hund mal wieder die Birne an einer Kante angehauen hat: Der Wagen lebt wieder!
Oktober 2009: Mit einer wunderschönen Einweihungsfeier ist jetzt Sarah mit ihrem selbst aufgestockten 2-Etagen-Wagen zu uns gezogen. Ein kleiner Wagenplatz entsteht...
Dezember 2009: Christians Eigenbau-Schmuckstück von Wagen ist mit Chickens Magirus als Zugfahrzeug zu uns bracht worden. Der Anblick unseres kleinen Wagenplatzes wird immer schöner. Neben den beiden neuen Wagen wirkt unser Bauwagen doch sichtlich gealtert. Wir werden den bald mal neu streichen müssen...
Die Geburtsstunde des Grüne-Gräser Wagenplatzes:
Die Wagen stehen seit drei Monaten im Schnee. Drinnen es kuschelig warm... Wir sitzen bei Tee und Karamellmandeln zusammen und planen unseren gemeinsamen Wagenplatz! Der Besitzer der großen Wiese überläßt uns seine 1,5 h. große Wiese, um darauf einen Wagenplatz entstehen zu lassen! Es kann also losgehen: http://www.gruene-graeser.de
Das Schöne an einem Bauwagen ist: Er ist ein Lebensabschnitt aus der Vergangenheit, den man mitnehmen kann in die Zukunft...

































