Von einem Bauwagen zu einem Wagenplatz (Forts.)

aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank

Benutzer:Paul

(Stand Juni 2013)


„12 Jahre eines Bauwagens - eine Überführung von damals nach heute“
So war die Überschrift von diesem Artikel hier im Wagendorf am Anfang. Inzwischen sind es ein paar Jahre mehr geworden, die der Wagen bewohnt wird und in den letzten Monaten hat sich ein kleiner Wagenplatz drumzu geschart. Ich hab den Artikel deshalb umbenannt und aktualisiere ab und zu wie es weitergegangen ist:


Wir holen unseren Bauwagen aus der Vergangenheit zurück ins Jetzt:
Von 1993 bis 1996 war der bauwagen unser Zuhause. Etwa 9 Jahre nachdem wir wir ihn verlassen hatten weil die Geburt unseres ersten Kindes anstand und wir drum unser Leben in Richtung „Vater-Mutter-Kinder-Arbeiten-Gehen-und-Geld-Verdienen“ verändert haben – etwa 9 Jahre später also habe ich den zigsten Mega-Knall bekommen und diesmal als Konsequenz beschlossen, unseren Bauwagen wieder zurück in unser Leben zu holen. Der Wagen sollte wieder „auf uns aufpassen“ - von wegen, was man so zum Leben braucht und was nicht und, dass man mit verdammt viel weniger trotzdem verdammt viel zufriedener sein könnte und so. Kann ja jetzt jeder dazu sagen was er / sie denkt. Aber wir haben uns das halt so vorgestellt und die Bauwagen Rück-Überführung aus knapp 400 Km Entfernung Schritt für Schritt umgesetzt. Das Ausgraben des alten Fahrwerks am alten Standort, die Erneuerung der fest sitzenden Auflaufbremse die Erneuerung der schrottigen Bereifung: All das haben für uns im Laufe einiger Monat Freunde vor Ort gemacht (Danke dafür an dieser Stelle noch mal an Thomas und vor allem an Volker!). Für die Überführung selber konnten wir bei Wagendorf.de dann Sarah, Benny und Frederik mit ihrer bewohnten Zugmaschine gewinnen. Als es dann ein halbes Jahr später richtig los ging, saßen wir mit zwei Familien zu Siebt in einem wunderbaren Gespann: Ein großer Möbellaster aus den 80er Jahren und unser Bauwagen aus den 60ern. Zwei Tage und Nächte lang waren wir mit etwa 40 Km/h und vielen langen Kinder-Stops auf norddeutschen Landstrassen unterwegs. Wir haben zusammen gegessen, geschraubt, gewohnt und nicht enden wollende Kinderkassetten ertragen – es war, naja so was wie ein Road-Movie zum Anfassen!

Jetzt lebt der Wagen nicht mehr nur in unserer Erinnerung sondern er bestimmt wieder ein Stück weit unser Leben. Ein paar Jahre war er Spielbude und Gästewagen. Irgendwann haben wir beschlossen, nicht nur den Wagen, sondern auch wieder Wagenbewohner in unser Leben zu holen.
Anzeige:Mitbewohner gesucht für den Grüne-Gräser Wagenplatz in Bramsche bei Osnabrück!
Nach und nach finden noch mehr Wagen und Menschen zu uns.

Die Bilder verbinden ungefähr das, was mir durch den Kopf geht, wenn ich an die vergangenen Jahre im Bauwagen denke, an die Leere in den Jahren dazwischen und das, was jetzt mit und um unseren alten Wagen herum an Leben und Gemeinschaft aufkeimt. Zum Mitschauen ein paar Bilder von 1993 bis heute. Viel Spass dabei wer es mit uns teilen mag....!

Paul



Wie alles anfing:

Dezember 1993 im eiskalten Winter in Mecklenburg: ich fand diesen ehemaligen DDR-Grenz-Wagen am Wismarer Hafen: Solide Stahl-Zinblechkonstruktion, aber Fenster, Tür und Innenausbau total rott.


Einrangieren am ersten Standort


Nachbarn


Einkitten der neuen Fenster


Innenausbau in Abschnitten, Wohnen im jeweils anderen Abschnitt: viel kalt...


Vorbereiten der neuen Aussenwände


Spaxen bis der Schrauber dampft


Sommer 1994 (im Vordergrund "Amanda")


schön wars...


und wohnlich wars



Kinoabend für die Nachbarschaft im Bauwagen


oder nur so


Wohnraumerweiterung und Zugmaschine Feuerwehr, ein Magirus, Merkur 125, ebenfalls Jg. 62.
Ein Bauwagen von nebenan zieht um


provisorische Abdichtung des Alkovens


Erste Fahrt mit unserem Bauwagen: Er bekommt neue Schluppen aufgezogen



Winter 1995/'96


Frühjahr 1996 der Bauch drängt, wir brechen auf


2005, fast 10 Jahre später: Unser Bauwagen war inzwischen von vielen verschiedenen Leuten bewohnt gewesen und etwas verkommen


Teile müssen ersetzt werden


die Felgen und die "neuen Schluppen" von damals sind eindeutig am Ende


Mai 2005: Treffen mit Benny und Sarah. Der Bauwagen wird angehängt, es geht endlich los
Bauwagenüberführung (http://www.osnanet.de/paul.krause/Abfahrt.AVI) - Video1: Abfahrt


während der ersten 50 Km Probleme mit dem Bremsmechanismus der Hinterachse


mit Gewalt und Fett aber Dank Bennys Werkstatt bald behoben


tagsüber viele lange Etappenpausen wegen der Kinder


denen gefällt das ganze gut

Fehlendes Bild
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Fehlendes Bild
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Fehlendes Bild
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ein schönes Gespann


auch für ca 18m Länge gab es immer schöne Schlafplätze
Bauwagenüberführung2 (http://www.osnanet.de/paul.krause/Etappe.AVI) - Video2: Etappe


Einrangieren am Zielort: Jetzt können die Kinder uns zeigen wie sie sich einen Bauwagen vorstellen...

Fehlendes Bild
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Ein Bauwagen wird tiefer gelegt - Vorarbeiten


Sitzt!


nett hier...

Fehlendes Bild
IMGP1712.jpg



Ein Jahr später, 2006: Es geht wieder los - Der Bauwagen kommt wieder raus


Draussen


On the road again


Nicht ganz nach StVo


Frühjahr 2006: Nach langen Jahren endlich am Ziel: Eigener Wagen auf eigener Wiese!! Die Vögel zwitschern. Im Hintergrund grasen Nachbars Pferde. Ich werde die Hängematte rausholen...


2007: Nachbarschaft: Die Kinder bauen ihre eigene Hütte



April 2008: Inzwischen steht das Haus auf dem Grundstück und der Bauwagen hat die Anschlüsse bekommen, die es braucht, um es sich darin wohnlich zu machen. Jetzt suchen wir Menschen, die Lust haben, mit uns hier sowas wie einen Wagenplatz entstehen zu lassen:


Frühjahr 2009: Seit einem knappen halben Jahr ist unser Bauwagen wieder bewohnt. Abends brennt jetzt dort Licht, tags sitzen unsere Katzen vor dem Wagen auf der Treppe und fauchen, wenn sich der halbblinde Hund mal wieder die Birne an einer Kante angehauen hat: Der Wagen lebt wieder!


Oktober 2009: Mit einer wunderschönen Einweihungsfeier ist jetzt Sarah mit ihrem selbst aufgestockten 2-Etagen-Wagen zu uns gezogen. Ein kleiner Wagenplatz entsteht...


Dezember 2009: Christians Eigenbau-Schmuckstück von Wagen ist mit Chickens Magirus als Zugfahrzeug zu uns bracht worden. Der Anblick unseres kleinen Wagenplatzes wird immer schöner. Neben den beiden neuen Wagen wirkt unser Bauwagen doch sichtlich gealtert. Wir werden den bald mal neu streichen müssen...


Die Geburtsstunde des Grüne-Gräser Wagenplatzes:
Die Wagen stehen seit drei Monaten im Schnee. Drinnen es kuschelig warm... Wir sitzen bei Tee und Karamellmandeln zusammen und planen unseren gemeinsamen Wagenplatz! Der Besitzer der großen Wiese überläßt uns seine 1,5 h. große Wiese, um darauf einen Wagenplatz entstehen zu lassen! Es kann also losgehen: http://www.gruene-graeser.de



Ein wunderschöner Tag auf unserem Wagenplatz im Mai 2010 (http://www.gruene-graeser.de/2010/05/ein-guter-tag-im-mai-2010/)


Sommer / Herbst 2010: Neue Mitbewohner kommen dazu, wir machen unsere ersten Erfahrungen den Gartenflächen und haben eine große Gemeinschaftsjurte gebaut!


Frühjahr 2011: Mehr Wagen, mehr Leute, mehr Grün und mehr Garten


Juni 2011: Der Stadtentwicklungs-Ausschuß der Stadt Bramsche beschließt: Unser Wagenplatz wird als Sondernutzungsfläche für nachhaltiges Leben in einem eigens hierfür aufgestelltem Bebauungsplan als fester Bestandteil in die Stadt Bramsche aufgenommen !!!

Herbst 2011: Wie gewonnen so zeronnen.

Bei den für den geplanten Bebauungsplan notwendigen Vertragsverhandlungen mit der Erbengemeinschaft kommt es trotz guten Willens auf beiden Seiten nicht zu einer Einigung, die sowohl für alle Seiten akzeptabel UND auch ausreichend für einen Bebauungsplan wäre!

Leider konnte keine neue geeignete Fläche für die Gruppe gefunden werden. Nach über einem halben Jahr Suche und unerträglicher Ungewißheit für uns alle werden nach und nach Einzellösungen gefunden. Im Sommer 2012 räumen wir die Fläche wie es mit den Besitzern vereinbart war. Die letzten Wagen werden auf unser Privatgrundstück geparkt. Sie ziehen nach und nach auf andere Plätze oder werden verkauft.

Ich habe beschlossen, mir einen leichten, mobileren Wagen zu bauen, mit dem ich in Zukunft zu den Menschen hinkommen kann, die nun doch nicht als Gruppe hier beiben konnten:

http://www.pauls-domain.de/wagenbau_2012/


In Bewegung bleiben können, ich glaub darum geht es irgendwie. Nur wer in Bewegung bleiben kann, ist wirklich frei, kann selber entscheiden, wann er wo zu Hause ist.

Paul

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