Schmierfett

aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank

Inhaltsverzeichnis

Schmieren, Was, Womit?

Es geht um die Wahl von Schmierfett für Blattfedern, und Traggelenke, Lenkungsteile beim LKW. Diese Teile müssen viel Gewicht tragen, und bewegen sich wenig. Nimmt man normales Baumarktfett, kann es wegen dem Druck abhauen, und dann schmiert nurnoch der Graphitanteil, wenn man schwarzes Fett genommen hat. Die Folge sind durchgeriebene Buchsen, und Spiel. Da wir unsere LKW/Anhänger noch etwas fahren wollen, sollten wir auf gute Wartung achten.

Alte LKW muessen so ca. alle 2500km / oder jedes Frühjahr abgeschmiert werden, je nach dem was zuerst eintritt. Am besten den Schmierplan lesen, wenn man einen hat, denn dann findet man die Schmiernippel besser.

Was soll geschmiert werden?

Grob gesagt, belastete bewegliche Fahrwerksteile (Spurstangen, Lager/Aufnahmen der Blattfedern, Deichsel vom Anhänger, Drehkranz vom Anhänger, Gelenk der Anhängerkupplung, Traggelenke/Schwenklager der Lenkung (da wo sich das Rad beim Lenken schwenkend dreht), Kuppelstangen von Stabilisatoren.

Wie mache ich es gut?

Schmiernippel suchen, Schmiernippel mit grobem Klopapier putzen, mit Zeitungspapier blank machen, denn wir wollen keine Steinchen mitreintun!

Einen Hub mit der Fetpresse machen, ohne sie anzusetzen, und die Wurst wegwerfen oder damit Roststellen oder die Blattfedern einreiben, denn das oberste Fett kann leicht dreckig sein, wenn die Fettpresse irgendwo im Dreck oder ner dreckigen Kiste gelegen hat. Ein Steinchen und das Lager ist bald Schrott! Dann Fettpresse ansetzen, pumpen, bis Fett austritt aus dem Lager, sobald Fett rauskommt nur noch ganz langsam pumpen, damit eventuell vorhandene Dichtungsringe geschont werden. Sobald sauberes Fett rauskommt ist man fertig, und kann die Fetpresse abziehen und den nächsten Schmiernippel nehmen. Wichtig ist es, ALLE Schmiernippel zu finden, denn manches Mal verstecken die sich gut unter nem Schmutzpanzer.

Welches Fett?

Das hängt von der Bewegungsgeschwindigkeit ab und vom Druck. Die Lager um die es hier geht, werden langsam bewegt und nehmen viel Kraft auf. Also nicht einfach ein Billigfett vom Baumarkt rein. Dünnes Billigfett hilft zwar gut, alten Gammel rauszukriegen, aber es haut auch selber schnell ab, wenn es stark belastet wird, und dann reibt Metall auf Metall oder auf der Grapfit-Schicht, die ein Grapfit-Fett als "Notschmierung" hinterlassen hat. Also mus was zähes, stabiles her. Eventuell sogar ne Paste statt eines Fettes.

Vorschlag zum ersten Abschmieren eines neuen alten Fahrzeugs

Es wird wohl am besten sein, wenn man ein Fahrzeug erwirbt, erstmal MoS2-Fett reinzutun, damit der alte Schlonz raus kommt, bei dem man nicht weis, wie alt und verbraucht und dreckig der schon ist. Dann einige 100km damit fahren, damit sich das MoS2 vom Fett gut verteilt. Anschliessend dickes Fett rein, damit was lange scherstabiles reinkommt. Die Notlaufeigenschaften haben wir durch das schwarze Graphit/MoS2-haltige Fett das auf dem Lagerflächen den Feststoff-Schmierfilm hinterlassen hat.

Beispiele

Will keine Werbung machen, aber hier scheint es ein gutes schweres Fett zu geben, das sich für längere Zeit eignet: maxigrease (http://www.technolit.de/xs_db/DOKUMENT_DB/www/9/901464_Schmierfett_Maxigrease.pdf)

Klassen für Fette - Welche nehme ich?

Bei Fetten gibt es NLGI Klassen: von 000 (fluessig) bis 6 (sehr fest) Zum Dreckrausdrücken können wird mit NLGI1 gut arbeiten können. Damit Fett länger drin dleibt, und nicht so schnell wieder abhaut ist NLGI3-4 gut geeignet. Für Gleitlager wird bei [1] NLGI 2-3 empfohlen, für Wälzlager (wie Kugellager aber Stahlwalzen statt Kugeln) NLGI 2-4. Nun, unsere Gleitlager sind aber langsam und stark belastet, sodass man auch hier bis 4 gehen kann. Man muss aber auch daran denken, dass das Zeugs durch die Fettpresse und den Schmiernippel gehen muss. Daher wird NLGI3 einen guten Kompromiss darstellen.


LITERATUR

Weiter hilft noch eine Recherche bei google-books zu Tribologie und Schmierfett:
[1] "Tribologie-handbuch: Reibung und Verschleiß /Von Horst Czichos,Karl-Heinz Habig" Im Bereich von Seite 434.

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