Pflanzenkläranlage
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PFLANZENKLÄRANLAGE
Hier die Beschreibung einer Pflanzenkläranlage, die von 2 Bewohnern des Wagendorf Karow(Berlin) gebaut worden ist
Die Kläranlage besteht aus einer mechanischen Vorkläranlage (Dreikammerfaulgrube) und einem bepflanzten Bodenfilter (Schilfbeet).
Die mechanischen Vorkläranlage hat die Aufgabe Fette und grobe Verunreinigungen vom Abwasser zu trennen. Sie besteht aus einem 1100 ltr. Und zwei 200 ltr. Kunststoffbehältern. Das Abwasser fließt zuerst in den 1100 ltr.-behälter. Dieser ist etwas unterhalb der Mitte mit dem zweiten Behälter über eine Kunststoffwasserleitung verbunden. Der zweite Behälter ist mit dem Dritten etwas oberhalb der Mitte über eine Kunststoffwasserleitung verbunden. Im oberen Teil des dritten Behälters befindet sich ein Abfluß zum Schilfbeet. An der Behälterinnenseite des Abflusses ist ein Schlauch angebracht, der bis zum höchsten Wasserstand in der Vorkläranlage reicht. Ist dieser Wasserstand erreicht, füllt sich der Schlauch und sinkt, ebenso wie der Wasserstand, auf Abflusshöhe ab. Diese Konstruktion lässt das Abwasser in einzelnen Intervallen zum Schilfbeet fließen.
Das Schilfbeet(bepflanzter Bodenfilter) hat eine Fläche von ca.9qm. An der Oberfläche des Schilfbeetes ist ein Rohrsystem verlegt, durch welches das Abwasser gleichmäßig auf die Oberfläche des Schilfbeetes verteilt wird. Es ist ca. 1m breit und 1.15m tief und mit Teichfolie ausgelegt. Auf dem Boden befindet sich ein Drainagerohr, dass in einem Kontrollschacht hinter dem Schilfbeet endet. Im Schilfbeet liegt es in einer 20cm starken Kiesschicht der Größe 16/32 (Dränschicht). Auf die Dränschicht folgt die Hauptschicht aus einem Kies-Sandgemisch der Größe 0/6. Sie ist 80-90cm stark und durch ein durchwurzelungssicheres Trennfließ von der Dränschicht getrennt. In der Hauptschicht sind verschiedene Wasserpflanzen eingepflanzt: Teichbinsen, japanischer Schachtelhalm und Rohrkolben. Im Schilfbeet sammeln sich Mikroorganismen und Bakterien an, welche für die Reinigung des Abwassers nötig sind. Das Abwasser durchfließt die Kiesschichten vertikal und fließt dann in das Drainagerohr, welches im Kontrollschacht endet. Am Ende des Drainagerohrs ist ein Schlauch angebracht der senkrecht nach oben führt und dessen Ende sich in verschiedenen Höhen anbringen lässt. Dadurch hat man die Möglichkeit die Einstauhöhe des Abwassers im Schilfbeet zu regulieren. Das Schilfbeet ist ständig mit Abwasser bis zur Einstauhöhe gefüllt. Fließt weiteres Ab-oder Regenwasser ins Schilfbeet, dann drückt es fertig geklärtes Abwasser durch das Drainagerohr und den Kontrollschlauch in den Kontrollschacht, wo es dann versickert
Hier noch ein paar Bilder vom Kläranlagenbau und nach einigen Jahren Betrieb
Nach einer Einlaufzeit von einigen Monaten wurde eine Laboranalyse vom geklärten und vom ungeklärten Abwasser durchgeführt. Gemessen wurde der biologische Sauerstoffbedarf des Abwassers in 5 Tagen (BSB5). Der BSB5 des ungeklärten Abwassers lag bei knapp über 100mg/l. Der BSB5 des geklärten Abwassers lag bei 20mg/l, was den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 40mg/l deutlich unterschreitet. D.h. Diese Kläranlage hat eine extrem hohe Reinigungsleistung.
Wartung der Kläranlage und Winterbetrieb
Die Dreikammerfaulgrube wurde nach vierjährigem Betrieb erstmals leergepumpt und entschlammt. Der Klärschlamm wurde vererdet und kompostiert.
Die Wartung des Schilfbeetes besteht aus dem Entfernen von Wildkraut im Frühjahr, und dem Entlauben im Herbst. Dadurch soll eine verwucherung des Schilfbeetes durch andere Pflanzen und Verschlammung durch verrottets Laub verhindert werden.
Nachdem die Dreikammerfaulgrube in den ersten 3 Wintern eingefroren ist, haben wir eine ca.40 cm. starke Schicht aus Buschschnitt auf die Dreikammerfaulgrube und den abgedeckten Kontrollschacht gelegt. Diese Maßnahme hat das Einfrieren der Kläranlage bei 2-monatigem Dauerfrost mit bis zu -20 verhindert und den Winterbetrieb der Kläranlage möglch gemacht.
Ein großartiger Ideengeber beim Kläranlagenbau war das Buch „Pflanzenkläranlagen selbst gebaut“ von den Autoren Ambros,Ehrhardt, Kerschbaumer.



