Ein Bild von mir
aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank
Ich male ein Bild
von mir.
Im Laub auf dem Waldboden
gespannt ob der Käfer - ohne Absturz -
mein Knie wohl erobern wird.
Angespannt in der Masse Mensch
den Quarklöffel in der Hand
Halt suchend am Tablett.
Und der Bach spielt mit dem Schlamm,
den mein Fuß in seiner Ruhe stört.
Es fließt Blut über den Bildschirm,
den ich anstarre -
Panzer, Politiker, Worthülsen und Opfer.
Lachend ziehe ich Büschel von Feuerholz
ans Lager und spüre
das Leben in mir.
Ich schaue über die Landschaft
aus Blei und Papier:
Fünf Bücher, ein Flugblatt
und die Zeitung von gestern.
Die Antwort
nach erfolgreich durchgeführtem Versuch
nun gefunden.
Das Ziel verloren... wo führt das noch hin?
Bis hoch in den Wipfel
wo die Äste ganz dünn sind
und schaukle im Wind.
Der pfeift in der Flasche,
spielt mit meinem Haar und treibt
Rauchschwaden ihrer Gasgranaten
durch die verkehrsberuhigte Straße
zu mir an den Brunnen
an dem Punker, Popper, Yuppies und Hippies
gemeinsam dem Wasser lauschen
das unter mir durchfließt
zwischen Felswänden an denen
vier Finger und ein Zeh
spielerisch Freude und Last
eines Lebens tragen.
In die linke obere Ecke
würde ich ein Kind hinmalen,
das sich nach mir umschaut und lacht.
Paul, Göttingen 1989



