Wagenneubau 2010
aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank
Ich dokumentiere hier den Neubau meines einachsigen, kleinen Bauwagens, (3,50 mal 2,40 Meter) damit andere aus meinen zahlreichen Fehlern lernen können.
| Inhaltsverzeichnis |
Original-Zustand
Nach kurzer Zeit herumtelefonieren bei verschiedenen Baufirmen habe ich tatsächlich eine Firma gefunden, die mir einen ungenutzten Bauwagen schenken wollen, da ist das modische Stück:
Mehr Fotos gibt's hier: Wagenneubau_2010_(Fotos1)
die Innenverschalung ist wohl eher aus Pappe als Holz, von Isolierung ganz zu schweigen, und überall ist das Zeugs nass geworden und matschig, da gibt's nur eins, raus damit:
ich habe jetzt das Fachwerk freigelegt, sieht doch schon ganz anders aus:
doch auch das ist bloß zusammengetackert:
die Statik scheint teilweise auch mehr oder weniger suboptimal zu sein, das Holz ist ebenfalls ordentlich durchgesuppt:
und sogar die Bodenplatte ist im Arsch:
Desshalb habe ich mich entschieden, nicht diesen Aufbau zu renovieren, sondern ihn komplett neu zu bauen. Bleibt also nur noch das Fahrgestell übrig, dass selbst erstmal ein Fall für Schleifmaschine und Rostumwandler ist:
Abriss
Also muss jetzt erstmal alles systematisch zerstört werden!
Ein Brecheisen ist hier das Mittel der Wahl. Los geht's mit dem Dach:
Dann werden die Außenwände abmontiert, bis nur noch das Fachwerk steht:
Jetzt den restlichen Müll runter und das Fahrgestell abschleifen.
Ich hab das Fahrgestell gleich mal umgedreht und die Reifen abgeschraubt, dann kommt mensch eindeutig leichter überall ran:
Zum Thema Fahrgestell entrosten gibt es übrigens hier einen Wiki-Artikel von mir.
Mittlerweile ist es auch endlich mit Rostschutz und Lack bepinselt. Auch dazu gibt es hier einen Artikel.
Neubau
Mangels Kamera habe ich längere Zeit keine Fotos mehr machen können.
Ich stehe jetzt klimatisch bedingt in einer KFZ-Werkstatt, habe Holz organisiert, die Stahlbohrungen im Fahrgestell durchgeführt und die Böcke gelöst.
Da die viel zu fest gerostet waren, mussten sie auf-geflext und wieder zu-geschweißt werden.
Die Sperrholzplatten, die ich als unterste Bodenplatten vorgesehen habe, habe ich ordentlich mit teurem Öl vollgesaut.
Das ist eigentlich sehr teuer für so billiges Sperrholz, aber mir wurde erzählt, dass sich sonst die einzeln verleimten Platten wieder voneinander lösen, und dass drei Liter Bootsöl die einzige praktikable Lösung seien.
Vollholz (oder so was nicht verleimtes halt) wär wohl besser und im Endeffekt sogar günstiger gewesen.
Bohren
Jetzt muss ich natürlich noch sinnvoll alles miteinander verschrauben.
Das habe ich mir so vorgestellt:
Wie ich dabei vorgegangen bin zeigt die folgende Animation:
In der realen Welt sah das dann so aus:
Und dass habe ich dann mit 10er-Schlossschrauben verbastelt.
Um die Schlossschrauben versenken zu können, habe ich mit einem Bohrmaschinenaufsatz entsprechend große Löcher gesägt,
und mit einem Holzbohrer ausgebohrt.
Fazit
Wie gesagt war es überhaupt kein Problem, Sperrholzplatte mit Balken zu verbohren. Mit einem Bohrturm ließ sich das sogar sehr grade hinbekommen.
Nicht so einfach war es allerdings, zwei Stahlteile a 5 bis 10 mm Dicke und 2 Holzteile mit Zusammen über 8 cm Dicke so zu bohren, dass am Ende alles gut passt.
Meine Lösung, ein Teil nach dem anderen zu durchbohren und durch bestehende Löcher die neuen Bohrstellen zu markieren ist natürlich etwas ungenau geworden, so dass ich die Stahlbohrungen im Nachhinein auf 12mm ø verbreitern musste. Hat aber funktioniert.
Auch eine Möglichkeit wäre es natürlich gewesen, zuerst mit dem Bohrturm gerade Bohrlöcher in die Balken zu machen, die dann mit Schraubzwingen fixiert werden, so dass mit dem Stahlbohrer die restlichen Bauteile passend gebohrt werden können. Nur bräuchte es dazu einen 10cm langen Bohrer.
Fenster restaurieren
Nebenbei restauriere ich ein altes Holzfenster ohne Rahmen.
Ich plane, das einfach so ohne Beschläge in einen genau passenden Fachwerkrahmen einzusetzen und die Holzkanten mit Silikon abzudichten.
Dazu habe ich die nutzlosen Metallbeschläge und Dichtungen entfernt und das Holz so zurechtgeschnitten, dass ich ein gerade Kante habe.
Seltsamerweise gibt es an den Kanten Löcher (rot markiert) die sehr weit in's Fensterinnere hineinzuragen scheinen.
Der Zweck dieser Löcher ist mir nicht bekannt, und ich weiß nicht, ob ich die irgendwie berücksichtigen, versiegeln, etc. sollte.
Dann ist da noch so eine Kante, die sich bisher nicht zurecht schneiden ließ. (auch rot markiert)
Ich habe es schon erfolglos mit einem Hobel versucht. Vielleicht hilft mir ja die Kreissäge weiter.
Letztendlich habe ich einen Holz-Schleifaufsatz für die Flex genommen. Da die allerdings viel zu schnell gedreht hat, war das eher ein weg>schneiden< als >-schleifen< und ist sehr uneben geworden.
Außerdem werde ich mir überlegen müssen, was ich alles mit Holzkitt (oder so) zuspachteln will. Zum Beispiel die Löcher vom Türgriff:
Spachteln werd ich wohl sowieso müssen, da es einen kleinen "Autounfall" gab, und der Holzrahmen jetzt angeknackst ist.
So richtig sauber ist das mit dem Silikon leider nicht geworden. Scheint mir auch etwas "überdosiert".
Ich hoffe aber mal dass es trotzdem dicht hält.
Aufbau
Mittlerweile habe ich begonnen, die Holzkonstruktion aufzubauen.
Zuerst habe ich den Rahmen ganz außen hochgezogen.
Unterschiedlich dicke Winkel halten alles zusammen, hoffentlich.
Ein Fenster habe ich auch schon eingebaut.
Ich habe einfach den Holzrahmen passend angefertigt, das Fenster eingesetzt und von innen mit dem Holz verschraubt.
Ein Oberlicht aus einer Abriss-Haustür:
Und ein letztes großes Fenster, damit Licht rein kommt.
Dach
Damit sind alle Fenster und Türen drinne, und es wird Zeit für die Dachkonstruktion.
Die besteht fürs erste nur aus drei Querstreben mit dicken Winkeln:
Darauf habe ich einen durchgehenden Balken mit großen Spax-Schrauben befestigt.
Um eine Schräge von ca. 2-3° Hinzubekommen, habe ich folgendes gebastelt:
Dafür habe ich die kurzen Balken extra mit einer Kapp-Säge auf 2-3° Gährung gesägt, keine Ahnung ob das Nötig gewesen wäre.
Darauf habe ich 8 OSB-Platten geschraubt.
Der Aufbau von oben betrachtet sieht also so aus:
Außenverschalung
Für die Außenverschalung habe ich die günstigsten Kiefer-Hobeldielen ausm Baumarkt geholt.
Die habe ich dann von allen Seiten mit Dickschichtlasur eingesaut und horizontal, mit Spax-Schrauben von außen an die Konstruktion geschraubt.
Dabei habe ich die Feder nach oben zeigen lassen, damit sich kein Wasser in der Nut sammeln kann.
Die oberste Diele habe ich einfach grob mit der Tischkreissäge auf Gärung zersägt, damit sie etwas besser mit der Dachschräge abschließt.
In der Realität sieht das jetzt so aus:
Da die Dielen etwas krumm sind ließen sich kleine Fugen nicht vermeiden.
Die sind 0-2mm dick. Ich bin mir nicht sicher ob ich die zusätzlich abdichten sollte.
Das ist schon was ganz anderes wenn jede Latte auf einmal so sehr nach Fortschritt aussieht...
Jetzt fehlt nur noch Steuerbord
Pläne
Dachplane
Auf die OSB-Platten soll eine LKW-Plane.
Ich denke ich werde sie mit einer Leiste von unten fixieren.
Außenverschalung
Als nächstes muss ich mir auf jeden Fall eine Lösung für die Tür einfallen lassen.
Forumsdiskussion (http://wagendorf.de/index.php/Special:Thread?thread=1869) dazu.

















